Parodontitis im Fokus:

Was Sie über die häufigste Zahnerkrankung bei Hunden wissen sollten

Und warum Parodontitis bei Hunden so häufig unbemerkt bleibt, welche Rolle das Bakterium Porphyromonas gulae und das natürliche Mikrobiom dabei spielen und wie Sie die Maulgesundheit Ihres Hundes frühzeitig schützen können.

Kleiner Hund traurig in Tierarztpraxis

Was viele Hundehalter nicht wissen

Parodontitis ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparats, also des Zahnfleischs, des Bindegewebes und des Kieferknochens. Sie ist die mit Abstand häufigste Zahnerkrankung bei Hunden und nimmt mit dem Alter stark zu: von rund 41 Prozent bei 1 bis 4 Jahre alten Hunden über etwa 54 Prozent bei 5 bis 8 Jahren bis zu über 85 Prozent bei Hunden über 8 Jahre.

Ausgelöst wird sie durch eine Verschiebung im oralen Mikrobiom: Schädliche Bakterien wie Porphyromonas gulae gewinnen die Oberhand, während schützende Mikroorganismen zurückgedrängt werden.

Das Tückische: Parodontitis verläuft beim Hund häufig schmerzarm und bleibt lange unbemerkt, führt aber zu Zahnfleischrückgang, Knochenabbau und Zahnverlust.

Zahn und Zahnfleisch von Hund
Kleiner Pudel auf Teppich Zuhause

P. gulae statt P. gingivalis: der entscheidende Unterschied zum Menschen

Beim Menschen gilt Porphyromonas gingivalis als Schlüsselbakterium der Parodontitis. Beim Hund übernimmt diese Rolle das eng verwandte Porphyromonas gulae, das mit P. gingivalis rund 98 Prozent seiner Erbinformation teilt. Beide Bakterien bilden dieselben aggressiven Enzyme, die sogenannten Gingipaine, mit denen sie Gewebe schädigen und die Immunabwehr manipulieren. P. gulae ist bei Hunden mit schwerer Parodontitis besonders stark angereichert und fehlt vor allem bei Tieren ohne Erkrankung.

Hund isst aus Fressnapf
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Warum gerade Hunde so oft betroffen sind

Hunde entwickeln Parodontitis deutlich häufiger als Menschen. Neben dem Alter spielen Faktoren wie Rasse, Zahnstellung, Ernährung und mangelnde Maulhygiene eine Rolle. Kleine Hunderassen gelten als besonders anfällig.

Auch beim Hund bleibt die Erkrankung nicht auf das Maul beschränkt. Diskutiert werden Zusammenhänge mit weiteren Erkrankungen sowie mit altersbedingtem kognitivem Abbau, der dem Alzheimer beim Menschen ähnelt.

Hund schaut traurig in Tierarztpraxis
Hund schaut aus Auto

Das Mikrobiom: der unsichtbare Schutzschild im Hundemaul

Auch wenn das orale Mikrobiom im Hundemaul sich grundsätzlich von dem des Menschen unterscheidet, ist die Schutzfunktion beider Mikrobiome ähnlich. Im gesunden Gleichgewicht halten diese Mikroorganismen Krankheitserreger in Schach. Gerät das System aus dem Gleichgewicht, gewinnen Keime wie P. gulae Raum. Der Biofilm verfestigt sich, schützt die Erreger und löst chronische Entzündungen aus. Herkömmliche Mittel wie stark desinfizierende Lösungen wirken breit und treffen auch nützliche Bakterien, was das Mikrobiom langfristig schwächen kann.

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Selektivität als neuer Weg in der Maulpflege

Moderne Ansätze setzen zunehmend auf Selektivität und einen gezielten Umgang mit mikrobiellen Faktoren. Sogenannte Pathoblocker zielen darauf ab, spezifische Eigenschaften von Mikroorganismen zu beeinflussen, anstatt Bakterien unspezifisch zu reduzieren. Auf diesem Ansatz basiert die PerioTrap® Technologie: Sie wurde mit Blick auf virulenzassoziierte Eigenschaften von P. gulae entwickelt. Statt Bakterien unspezifisch abzutöten, setzt sie gezielt an den problematischen Mechanismen von P. gulae an. So wird der zentrale Störfaktor kontrolliert, während die nützliche Maulflora erhalten bleibt.

Dackel lächelt beim Spazieren
Nasser Hund am See