Parodontitis im Fokus:

Was Sie über die stille Volkskrankheit wissen sollten

Dr. James Belcher, Zahnarzt im PerioTrap-Team, erklärt in diesem Artikel einfach und verständlich, warum Parodontitis so häufig unbemerkt bleibt, welche Rolle das natürliche Mikrobiom dabei spielt und wie Sie Ihr Zahnfleisch frühzeitig schützen können.

Was wissen Sie vielleicht noch nicht über Parodontitis?

Parodontitis ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparats – also des Zahnfleischs, des Bindegewebes und des Kieferknochens, der die Zähne im Kiefer verankert. Sie entwickelt sich meist aus einer unbehandelten Zahnfleischentzündung, die durch eine bakterielle Dysbalance ausgelöst wird.

Doch was viele nicht wissen: In Ihrem Mund leben mehr als 700 verschiedene Bakterienstämme. Wie kann es also zu einer Infektion und Entzündung kommen? Der Auslöser ist eine Verschiebung im oralen Mikrobiom: Schädliche Bakterien wie Porphyromonas gingivalis gewinnen die Oberhand, während schützende Mikroorganismen zurückgedrängt werden.

Das Tückische daran: Parodontitis verläuft häufig schmerzarm, führt aber langfristig zu Zahnfleischrückgang, Knochenabbau und schließlich Zahnverlust.

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Wenn Ihr Körper den Rückzug antritt

Normalerweise reagiert Ihr Immunsystem auf Eindringlinge wie schädliche Bakterien mit einer Entzündung – ein geplanter, kurzfristiger Abwehrmechanismus, der Keime eindämmt und das Gewebe schützt. Auch bei einer beginnenden parodontalen Entzündung ist diese Reaktion zunächst sinnvoll.

Doch bei einer Parodontitis gerät dieses Gleichgewicht aus der Bahn: Bestimmte Bakterien – allen voran Porphyromonas gingivalis – vermehren sich überproportional und verändern die Zusammensetzung des oralen Mikrobioms. Diese Verschiebung (Dysbiose) führt dazu, dass sich ein stabiler Biofilm bildet, in dem schädliche Bakterien eng zusammenarbeiten und sich gegenseitig schützen.

Das Ziel moderner Konzepte lautet daher: den dysbiotischen Biofilm professionell entfernen und anschließend die Neubesiedlung in Richtung eines stabilen, symbiotischen Biofilms fördern – eines Biofilms, der Entzündungen dämpft und das Gewebe schützt.

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Wer ist betroffen – und warum es Sie angehen sollte

Ab etwa dem 35. Lebensjahr steigt das Risiko für Parodontitis deutlich, doch auch jüngere Erwachsene können erkranken. Risikofaktoren sind unter anderem unzureichende Mundhygiene, Rauchen, Diabetes oder eine genetische Veranlagung.

Parodontitis betrifft jedoch nicht nur den Mund: Studien zeigen Zusammenhänge mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Arthritis und sogar Alzheimer. Der Grund: entzündungsfördernde Bakterien und ihre Toxine können über den Blutkreislauf in andere Organe gelangen und dort zusätzliche Entzündungsprozesse begünstigen.

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Mikrobiom: Ihr unsichtbarer Schutzschild

Der Mund ist Heimat eines komplexen Mikrobioms mit über 700 Bakterienarten, die in einem fein abgestimmten Biofilm zusammenleben. In einem ausgewogenen (eubiotischen) Zustand halten diese Mikroorganismen Krankheitserreger in Schach und unterstützen die Regulierung des Immunsystems – eine echte „symbiotische Gemeinschaft“ zwischen Mikroben und Wirt.

Gerät dieses System jedoch aus dem Gleichgewicht (Dysbiose), gewinnen opportunistische Keime wie Porphyromonas gingivalis Raum zur Ausbreitung. Der Biofilm verfestigt sich, schützt die Pathogene und löst chronische Entzündungsreaktionen aus, die langfristig Zahnfleisch und Knochen schädigen.

Herkömmliche Behandlungen wie Chlorhexidin oder Breitbandantibiotika wirken breit gefächert – sie zerstören nicht nur schädliche, sondern auch nützliche Bakterien. Dadurch können wichtige Schutzfunktionen beeinträchtigt werden, was die Widerstandsfähigkeit des Mikrobioms langfristig schwächt.

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Wissenschaft & Selektivität: Die neue Generation der Zahnfleischpflege

Die Forschung zur Zahnfleischgesundheit hat große Fortschritte gemacht. Neben klassischen antiseptischen Wirkstoffen wie Chlorhexidin oder CPC – die zwar Keime reduzieren, aber auch nützliche Bakterien beeinträchtigen – kommen nur noch selten Breitbandantibiotika zum Einsatz, da sie Resistenzrisiken und eine starke Störung des Mikrobioms mit sich bringen.

Moderne Ansätze setzen zunehmend auf Selektivität. Dazu zählen mikrobiom-modulierende Substanzen, die förderliche Bakterien unterstützen, sowie pflanzliche oder enzymatische Inhaltstoffe mit antientzündlichen Eigenschaften. Immer stärker rücken zudem Pathoblocker in den Fokus: Sie töten Bakterien nicht ab, sondern blockieren gezielt krankmachende Mechanismen einzelner Keime.

Dieser selektive Ansatz schützt das natürliche Mikrobiom und senkt gleichzeitig das Risiko chronischer Entzündungen. Ein Beispiel dafür ist die gezielte Blockade der Virulenzfaktoren von P. gingivalis – ein Leitprinzip, das auch der PerioTrap®-Technologie zugrunde liegt.

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