PerioTrap Pharmaceuticals GmbH
Weinbergweg 22, 06120 Halle (Saale)
Dr. James Belcher, 6. Dezember 2025
Fluorid sorgt seit Jahrzehnten für Diskussionen: Ist es ein unverzichtbarer Schutz für unsere Zähne – oder ein unterschätztes Risiko? In diesem Artikel schauen wir genauer hin, räumen mit Mythen auf und erklären, wie Fluorid wirklich wirkt. Am Ende weißt du, was du für deine Zahngesundheit tun kannst.
Fluorid ist nicht gleich Fluorid. Es existieren unterschiedliche Salze dieses Ions, die seit Jahrzehnten in der Zahnpflege verwendet wird. Alle härten den Zahnschmelz und sorgen für eine Reminalisierung des Zahns nach Säureangriffen durch zum Beispiel viel zu süße Speisen. Viele Zahnpflegeprodukte enthalten daher ein Fluorid als klassischen Wirkstoff zum Schutz der Zähne (Brambilla, 2001).
Manche kritisieren Fluorid: Vor allem in sehr hoher Konzentration oder bei falscher Anwendung kann es Reizungen oder Nebenwirkungen geben (Wong et al., 2024). Außerdem fragen viele: Ist es sinnvoll, den Schutz nur über chemische Zusätze zu erreichen — oder liegt der Fokus besser auf einem gesunden Gleichgewicht im Mundmikrobiom? So zeigt sich, dass zwar fluoridhaltige Produkte gegenüber Bakterien leicht giftiger sind als Produkte ohne Fluorid. Einen deutlich größeren Einfluss auf das Mikrobiom haben jedoch Schaumbildner, wie SLS oder desinfizierende Wirkstoffe wie Triclosan. Im Gegensatz zu Fluorid können diese sogar in den herkömmlichen Konzentrationen auch reizend gegenüber der menschlichen Schleimhaut sein (Kasi et al., 2019 & Randall et al., 2015).
Ein weiterer Kritikpunkt: Nach dem Zähneputzen sofort mit Wasser oder Spülung nachspülen kann den Fluorid-Effekt reduzieren, weil ein Teil des Fluorids weggeschwemmt wird. So wirkt der Schutz weniger effektiv (Brookes et al., 2025).

Fluorid wirkt lokal im Mund: Es unterstützt die Remineralisierung des Zahnschmelzes und macht den Zahn widerstandsfähiger gegen Säureangriffe durch Bakterien. Damit senkt es nachweislich das Risiko für Karies (Ten Cate et al, 2019 & Walsh et al., 2019).
Bei übermäßiger oder unsachgemäßer Verwendung — etwa häufige Anwendungen bei Kindern — steigt jedoch das Risiko für eine Überversorgung, die problematisch sein kann (Wong et al., 2024).
Deshalb plädieren neue Ansätze zur Mundpflege lieber für eine Kombination: Fluorid-haltige Zahnpasta zum Schutz des Zahnschmelzes und gleichzeitig eine mikrobiomfreundliche Pflege, die das Gleichgewicht der Mundflora erhält — statt alle Bakterien zu vernichten. Diese beinhaltet auch den Verzicht auf aggressive Schaumbildner und desinfizierende Substanzen.
ⓘ Fluorid stärkt den Zahnschmelz und schützt vor Karies.
ⓘ Bei falscher Anwendung kann der Nutzen schwinden oder unerwünschte Effekte entstehen.
ⓘ Die beste Mundpflege kombiniert Zahnschmelz-Schutz mit einem gesunden Mikrobiom.
ⓘ Fluorid bietet Schutz — aber Balance im Mundmikrobiom bleibt entscheidend.
Brambilla E. Fluoride – Is It Capable of Fighting Old and New Dental Diseases? An Overview of Existing Fluoride Compounds and Their Clinical Applications. Caries Research. 2001.
Brookes Z, Bescos R, Witton R, et al. An Update on Mouthwashes: Advice for Dental Practitioners. British Dental Journal. 2025;239(5):312–315. doi:10.1038/s41415-025-9115-3.
Duckworth RM, Knoop DT, Stephen KW. Effect of Mouthrinsing After Toothbrushing With a Fluoride Dentifrice on Human Salivary Fluoride Levels. Caries Research. 1991.
Kasi SR, Roffel S, Özcan M, Gibbs S, Feilzer AJ. In Vitro Cytotoxicity (Irritant Potency) of Toothpaste Ingredients. PLOS One. 2024.
Nordström A, Birkhed D. Fluoride Retention in Proximal Plaque and Saliva Using Two NaF Dentifrices Containing 5,000 and 1,450 ppm F With and Without Water Rinsing. Caries Research. 2009.
Randall JP, Seow WK, Walsh LJ. Antibacterial Activity of Fluoride Compounds and Herbal Toothpastes on Streptococcus mutans: An In Vitro Study. Australian Dental Journal. 2015.
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