Dr. James Belcher, 20. November 2025

Mundspülungen im Check: Wann sie wirklich Sinn machen

Viele greifen nach dem Zähneputzen automatisch zur Mundspülung – aber bringt das überhaupt etwas? Oder werden damit sogar wichtige Schutzstoffe wieder ausgespült? In diesem Artikel erfährst Du, wann Mundspülungen einen Unterschied machen können.

Mundspülungen im Check: Wann sie wirklich Sinn machen

Was steckt dahinter?

Mundspülungen gibt es in vielen Varianten – von frischen Minzlösungen bis hin zu medizinischen Rezepturen. Sie sollen Bakterien bekämpfen, den Atem erfrischen und manchmal auch Zahnschmelz stärken. Doch der Zeitpunkt ist entscheidend: Direkt nach dem Zähneputzen wird das Fluorid der Zahnpasta oft wieder weggespült – und das ist eigentlich dafür gedacht, lange auf den Zähnen zu bleiben. 

Warum ist es relevant?

Fluorid legt nach dem Putzen eine Art Schutzfilm über die Zähne, der den Zahnschmelz stärkt. Wenn du gleich danach Mundspülung benutzt, wird dieser Schutz abgewaschen. Zwischen den Mahlzeiten hingegen kann eine milde Spülung helfen, Säuren zu neutralisieren, Speisereste zu lösen und das Mikrobiom in Balance zu halten – vor allem, wenn Du nicht sofort Zähne putzen kannst.


Infobox
Direkt nach dem Zähneputzen zu spülen, kann den Kariesschutz Deiner Zahnpasta halbieren – besser 30 Minuten warten. 

Wissenschaftliche Hintergründe

Studien zeigen: Wer direkt nach dem Zähneputzen mit einer fluoridfreien Spülung nachspült, verliert bis zu 30 % des Fluorid-Effekts. Bakteriologisch ist entscheidend, was in der Spülung steckt: Aggressive Inhaltsstoffe wie Chlorhexidin töten alle Bakterien – auch die guten. Milder formulierte Spülungen oder Produkte mit Mikrobiom-freundlichem Ansatz helfen dagegen, nur die schädlichen Keime zu blockieren und die nützlichen zu schonen. 

Praktische Tipps für den Alltag

  • Nach dem Zähneputzen nicht spülen. Nur ausspucken, damit das Fluorid auf den Zähnen bleibt (Brookes et al., 2025).
  • ✓ Zwischen den Mahlzeiten kannst du Mundspülungen nutzen – vor allem nach Snacks, Kaffee oder Wein (Wikén Albertsson et al., 2010). 
  • Wähle Spülungen ohne harte Chemie – lieber mikrobiom-freundliche Produkte (Koromantzos et al., 2025). 
  • ✓ Spülung ersetzt kein Zähneputzen – sie ergänzt es.  

Auf einen Blick

ⓘ Nach dem Putzen lieber nicht spülen.

ⓘ Zwischen Mahlzeiten kann Spülung nützlich sein.

ⓘ Fluorid-Schutz bleibt nur ohne Nachspülen.

Quellen

  • Brookes Z, Bescos R, Witton R, et al. An Update on Mouthwashes: Advice for Dental Practitioners. British Dental Journal. 2025;239(5):312–315. doi:10.1038/s41415-025-9115-3.

  • Koromantzos PA, Bobetsis YA, Giota C, et al. Effect of Adjunctive Use of Commercial Daily Mouthwashes on Periodontal Health: An Umbrella Review. Journal of Clinical Periodontology. 2025;. doi:10.1111/jcpe.70061.

  • Tartaglia GM, Kumar S, Fornari CD, Corti E, Connelly ST. Mouthwashes in the 21 Century: A Narrative Review About Active Molecules and Effectiveness on the Periodontal Outcomes. Expert Opinion on Drug Delivery. 2017;14(8):973–982. doi:10.1080/17425247.2017.1260118.

  • Wikén Albertsson K, Persson A, Lingström P, van Dijken JW. Effects of Mouthrinses Containing Essential Oils and Alcohol-Free Chlorhexidine on Human Plaque Acidogenicity. Clinical Oral Investigations. 2010;14(1):107–112. doi:10.1007/s00784-009-0273-5.

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