Dr. James Belcher, 19. Dezember 2025

Gute Bakterien, schlechte Bakterien – warum jeder Mund Mitbewohner braucht

In Deinem Mund leben Millionen von Bakterien – und das ist erstmal nichts Schlechtes. Manche davon sind echte „Bodyguards“ für Deine Mundgesundheit, andere können Entzündungen und sogar Krankheiten fördern. Warum du die guten Mitbewohner unbedingt brauchst und wie sie dich schützen, erfährst Du hier – plus Tipps, wie Du sie unterstützen kannst.

Gute Bakterien, schlechte Bakterien – warum jeder Mund Mitbewohner braucht

Was steckt dahinter?

In jedem Mund leben hunderte bis tausende Mikroorganismen — Bakterien, Pilze und Viren –, die zusammen das orale Mikrobiom bilden. Manche dieser Mikroben sind nützlich und schützen deine Mundhöhle, andere können bei einem Ungleichgewicht schädlich werden. Ein gesundes Gleichgewicht hält schädliche Bakterien in Schach und unterstützt die Mundgesundheit (Rajasekaran et al., 2018).

Warum ist es relevant?

Eine gestörte Balance im Mundmikrobiom (Dysbiose) kann Entzündungen auslösen — und solche Entzündungen sind der Ausgangspunkt für Karies, Gingivitis oder Parodontitis. Gleichzeitig hat ein gesundes orales Mikrobiom auch Einfluss auf Deine allgemeine Gesundheit. Studien zeigen, dass eine stabile Mundflora helfen kann, Entzündungen und Gesundheitsrisiken im ganzen Körper zu reduzieren (Baker et al., 2025).


Infobox
Dein Mund beherbergt ein Vielfaches an Bakterien, als es Menschen auf der Erde gibt – und das in über 700 verschiedenen Spezies (Krishnan et al., 2017)!

Wissenschaftliche Hintergründe

Mund und Körper sind stark verbunden — das orale Mikrobiom wirkt wie eine Schutzgemeinschaft: Nützliche Bakterien verdrängen schädliche, regulieren das Immunsystem und bauen schützende Barrieren auf (Rajasekaran et al., 2024). Wird das Gleichgewicht jedoch gestört — zum Beispiel durch Zucker, Rauchen, mangelnde Mundhygiene oder aggressive Mundspülungen — können pathogene Bakterien überhandnehmen (Hallang et al., 2021). Diese Dysbiose fördert Entzündungen, Schleimhautreizungen und Zahnfleischerkrankungen. Moderne Ansätze zielen darauf ab, statt alle Bakterien abzutöten (wie bei klassischen Antiseptika und aggressiven Spülungen), nur krankmachende Mechanismen bestimmter Bakterien zu blockieren — so bleibt das „gute“ Mikrobiom erhalten und stabil (Taudte et al., 2025).

Praktische Tipps für den Alltag

  • ✓ Putze die Zähne zweimal täglich und vergiss die Zahnzwischenräume nicht (Worthington et al., 2019).  
  • Verzichte auf aggressive Mundspülungen oder Desinfektionsmittel, die alle Bakterien abtöten — sie bedrohen das Gleichgewicht Deines Mikrobioms und setze auf mikrobiom-freundliche Zahnpasten und Pflegeprodukte (Koromantzos et al., 2025). 
  • Achte auf eine ausgewogene Ernährung, reduziere Zucker und säurehaltige Lebensmittel — das hilft dem Mikrobiom, stabil zu bleiben (Sabine Elisabeth et al., 2025).
  • Lass regelmäßig Deine Zähne und Dein Zahnfleisch kontrollieren, um frühzeitig Entzündungen oder Dysbiose zu erkennen und zu behandeln (Salvi et al., 2023). 

Auf einen Blick

Dein Mund beherbergt ein komplexes Mikrobiom aus vielen Mikroorganismen. 

Gute Mikroben schützen – schlechte können Krankheiten auslösen.  

Mikrobiom-freundliche Pflege und bewusste Gewohnheiten erhalten die Mund- und unterstützen die Allgemeingesundheit. 

Quellen

  • Azzolino D, Felicetti A, Santacroce L, et al. The Emerging Role of Oral Microbiota: A Key Driver of Oral and Systemic Health. American Journal of Dentistry. 2025.

  • Baker JL, Mark Welch JL, Kauffman KM, McLean JS, He X. The Oral Microbiome: Diversity, Biogeography and Human Health. Nature Reviews Microbiology. 2024.

  • Hallang S, Esberg A, Haworth S, Johansson I. Healthy Oral Lifestyle Behaviours Are Associated With Favourable Composition and Function of the Oral Microbiota. Microorganisms. 2021.

  • Koromantzos PA, Bobetsis YA, Giota C, et al. Effect of Adjunctive Use of Commercial Daily Mouthwashes on Periodontal Health: An Umbrella Review. Journal of Clinical Periodontology. 2025. doi:10.1111/jcpe.70061.

  • Marsh PD. In Sickness and in Health – What Does the Oral Microbiome Mean to Us? An Ecological Perspective. Advances in Dental Research. 2018.

  • Rajasekaran JJ, Krishnamurthy HK, Bosco J, et al. Oral Microbiome: A Review of Its Impact on Oral and Systemic Health. Microorganisms. 2024.

  • Salvi GE, Roccuzzo A, Imber JC, et al. Clinical Periodontal Diagnosis. Periodontology 2000. 2023. doi:10.1111/prd.12487.

  • Sabine Elisabeth G, Yuxi Z, Jiawen Y, et al. Systemic, Lifestyle and Environmental Modifying Factors in the Pathogenesis of Periodontitis. Journal of Periodontal Research. 2025.

  • Tartaglia GM, Kumar S, Fornari CD, Corti E, Connelly ST. Mouthwashes in the 21 Century: A Narrative Review About Active Molecules and Effectiveness on the Periodontal Outcomes. Expert Opinion on Drug Delivery. 2017;14(8):973–982.

  • Taudte N, et al. Effect of a Bacterial Glutaminyl Cyclase Inhibitor on Multi-Species Biofilms. Frontiers in Oral Health. 2025;6:1716625. doi:10.3389/froh.2025.1716625.

  • Worthington HV, MacDonald L, Poklepovic Pericic T, et al. Home Use of Interdental Cleaning Devices, in Addition to Toothbrushing, for Preventing and Controlling Periodontal Diseases and Dental Caries. The Cochrane Database of Systematic Reviews. 2019;4:CD012018. doi:10.1002/14651858.CD012018.pub2.

  • Krishnan K, Chen T, Paster BJ. A Practical Guide to the Oral Microbiome and Its Relation to Health and Disease. Oral Diseases. 2017.

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